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Gruppenarbeit

Inhaltsverzeichnis:
  - Kurzdefinition
  - Beschreibung
  - Interne Verweise
  - Verwendete Quellen
  - Weiterführende Literatur
  - Internetverweise
  - Materialien
Kurzdefinition: Seitenanfang

Gruppenarbeit ist eine von vier möglichen Sozialformen des Unterrichts (Frontalunterricht, Gruppenarbeit, Partnerarbeit, Einzelarbeit). Sozialformen kennzeichnen das kommunikative Verhältnis der an einer Lernsituation beteiligten Personen. Bei dieser Form findet die Kommunikation gleichberechtigt innerhalb einer Gruppe von drei und mehreren Gruppenmitgliedern statt.

Beschreibung: Seitenanfang

Partner- und Gruppenarbeit stellen Sozialformen dar, bei denen eine Schülerorientierung an die Stelle der Lehrerorientierung tritt und Aufgabenstellungen von zwei bzw. drei bis ca. 8 Schülern kooperativ themengleich oder (teil-) themenverschieden bearbeitet werden (vgl. Kirk 2006, S.299). Das Zusammenfinden der Mitglieder kann spontan, konstant oder nach Bedarf flexibel stattfinden. Die Zusammensetzung kann heterogen oder homogen nach Interessen, Leistungsfähigkeit, Arbeitstempo, Grad der benötigten Veranschaulichung vorgenommen werden und der inneren Differenzierung dienen.

Vom Frontalunterricht zum Gruppenunterricht

Kirk (2006, S.300) verzeichnet seit den reformpädagogischen Bestrebungen seit Beginn des 20.Jahrhunderts eine Bewegung weg vom Frontalunterricht in seiner „durch Auswendiglernen und Abfragen geprägten Gestaltung.“ So sieht die Autorin in den Forderungen nach einem kindzentrierten Unterricht eine Orientierung hin zu einer ganzheitlichen Perspektive, die die Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler fördert.

Erfolgkritische Faktoren

Aus dem Bereich der therapeutischen Arbeit mit Gruppen (Benesch 1995) ist eine Reihe von kritischen Faktoren bekannt, die den Erfolg einer Gruppenarbeit beeinflussen können wie die Gruppengröße, die Dauer der Gruppenarbeit und die Homogenität der Gruppe. Im schulischen Kontext tritt noch Art und Ausmaß von Unterstützung durch die lehrende Person hinzu.

Lernchancen durch Gruppenarbeit

Nach Kirk (2006, S.300) finden sich in der Literatur eine Reihe von Aussagen, die die Bedeutung der Gruppenarbeit mit Blick auf eine offene Gestaltung des Unterrichts hervorheben. Demgegenüber stehen empirische Befunde zur Effizienz von Gruppenarbeit. Die Qualität der Arbeit von Gruppen kann durch eine präzise und verständliche Aufgabenstellung, eine angemessene Präsenz der lehrenden Person in den Gruppen, die Sicherung der Gruppenergebnisse wie deren Einbettung in den weiteren Unterrichtsablauf nachhaltig verbessert werden.

Phasen der Gruppenarbeit

Kirk (2006, S.301) unterscheidet hier drei Phasen:

In der Phase der „Arbeitsplanung und –verteilung“ sind Gruppen zu definieren, sowie die Aufträge und die notwendigen Hilfsmittel zu vergeben. In welcher Reihenfolge diese beiden Maßnahmen durchgeführt werden, sollte sich an der Zielsetzung orientieren und nicht willkürlich erfolgen. Bei inhaltlich unterschiedlichen Themen wäre z.B. eine Vorgehen denkbar, bei dem die Vorstellung verschiedener Arbeitsaufträge der Verteilung der Schülerinnen und Schüler in Gruppen vorausgeht. So können Neigungen und Fähigkeiten bei der Arbeitsgruppenwahl einfließen.

In der Phase der Durchführung sind unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen (Leitung der Gruppe, Fixieren der Ergebnisse, Präsentieren, etc.). Hier schlägt Kirk (2006, S.300) eine selbstständige Verteilung der Arbeiten innerhalb der Gruppe vor. Je nach Erfahrung der Schülerinnen und Schüler kann es notwendig sein, die verschiedenen Aufgaben in der ersten Phase als Auftragsteil zu integrieren. Weiterhin sind Konstellationen denkbar, in denen gezielt Schülerinnen und Schülern Aufgaben zugewiesen werden (z.B. ein eher zurückhaltender Schüler soll die Ergebnisse der Gruppe abschließend vorstellen).

Die „Ergebnispräsentation“ schließt die Gruppenarbeit ab. Ob die Ergebnisse aufgabenidentischer Gruppen miteinander verglichen werden oder nebeneinander präsentiert werden, ist eine methodische Frage. Bei unterschiedlichen Aufgaben ist in der Regel eine sich ergänzende Darstellung der Ergebnisse angezeigt.

Die Sicherung der Ergebnisse und deren Einbindung in das folgende Unterrichtsgeschehen schließen den gesamten Vorgang ab.

Interne Verweise: Seitenanfang

Einzelarbeit

Frontalunterricht

Verwendete Quellen: Seitenanfang

Benesch, H.: Enzyklopädisches Wörterbuch Klinischer Psychologie und Psychotherapie. Weinheim: Beltz Verlag. 1995.

Kirk, S.: Partner- und Gruppenarbeit als Sozialformen des Unterrichts. In: Arnold, K.-H. & Sandfuchs, U. & Wiechmann, J.: Handbuch Unterricht. Bad Heilbrunn: Klinkhardt Verlag. 2006. S. 299ff.

Weiterführende Literatur: Seitenanfang

Bönsch, M.: Variable Lernwege. Paderborn: Schönigh Verlag. 1995.

Gudjons, H.: Handbuch Gruppenunterricht. Weinheim: Beltz Verlag. 2003.

Grunder, H.U. & Ruthemann, U. & Scherer, S. & Singer, P. & Vettiger, H.: Unterricht: verstehen - planen - gestalten – auswerten. Baltmannsweiler : Schneider-Verl. Hohengehren. 2007.

Hallet, W.: Didaktische Kompetenzen: Lehr- und Lernprozesse erfolgreich gestalten. Stuttgart: Klett Lernen und Wissen. 2006.

Meyer, H.: Unterrichtsmethoden. 2 Bände. Band.1. 3. Auflage. Theorieband. Berlin: Cornelsen. 1990.

Internetverweise: Seitenanfang

Beats Biblionetz

LISUM, Bildungsserver Berlin-Brandenburg

Materialien: Seitenanfang
Verantwortlich: Rolf Arnold, FB Pädagogik, TU Kaiserslautern und Wiegerling, Hans-Jürgen; Gardiewski, Isa-Dorothe